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A Tree of Palm (Palm no ki)

2002, Toho, Regisseur: Takashi Nakamura, 136 min


Regisseur Takashi Nakamura (Robot Carnival, Akira, Catnapped) lässt uns in eine fantastische und gleichzeitig unheimliche Welt eintauchen, die seinesgleichen sucht. Erzählt wird eine neue Variante der Pinocchio-Geschichte. Der Botaniker Fow baut in der Wüste für seine unheilbar erkrankte Frau Cyan eine lebendige Puppe aus dem Holz des Krupp Baumes und nennt diese Palm. Ihr Denken und Handeln gleicht einem kleinen, unerfahrenen Kind. Mit dem Tod von Cyan verliert Palm seinen Lebensinhalt (er versteht nicht, was Leben und Sterben bedeutet, weil er es nie gelernt hat) und fällt in einen Koma-ähnlichen Zustand. Der Botaniker bleibt in der Wüste zurück zusammen mit Palm. Eines Tages taucht aus dem Nichts die gefürchtete Krieger-Prinzessin Koram des Sol-Stammes auf und übergibt Palm eine Kugel. Die Kugel enthält die Seele von Toto und Palm soll die Kugel zu Soma bringen. So schnell wie die Prinzessin erschienen ist, so schnell ist wieder verschwunden. Palm erwacht dank der Kugel aus seinem Schlaf und begibt sich auf den Weg zu Soma. Was er dort tun soll und warum er überhaupt dorthin gehen soll, weiss er nicht. Aber sein neuer Lebensinhalt besteht darin, die Kugel Soma zu übergeben. In der nächstgrösseren Stadt ‘Flamingo’ trifft er auf Waisenkinder, die sich mit Diebstahl ihr tägliches Brot verdienen. Ebenfalls macht er dort die Bekanntschaft von Popo, die junge Tochter einer alternden Diva. Die Mutter versucht krampfhaft ihr Image als Diva aufrecht zu erhalten und scheut auch nicht davor zurück, ihre Tochter an ältere Herren ‘auszuleihen’. Palm fühlt sich zu Popo hingezogen, weist sie doch eine grosse Ähnlichkeit mit Cyan auf. Aber Palm wird auch verfolgt von drei Kriegern des Mohi-Stammes, die unbedingt verhindern wollen, dass Soma die Seele von Toto erhält, und sie gehen nicht gerade zimperlich vor. Die Strassenkinder verlieren dadurch ihren Unterschlupf und ein Teil der Heimatlosen schliesst sich der Wanderschaft von Palm an.

Darunter auch der Älteste unter ihnen, Shatta (Sohn von Koram). Palm befreit Popo vom Joch ihrer herrschsüchtigen Mutter und alle beginnen eine Reise nach der Frage ihrer Existenz, ihres momentanen Handelns und ihrer Zukunft. Bei ihrer Wanderung treffen sie auf die verschiedensten Wesen und sie durchqueren die verrücktesten und schönsten Landschaften, die bisher für einen Anime geschaffen wurden. Speziell Palm muss lernen, was es bedeutet, zu leben: Gefühle zu entwickeln, angenehme Gefühle zu geniessen und abstossende Gefühle zu ertragen, die in den dunkelsten Ecken jeder menschlichen Seele vorhanden sind. Sein kindlicher Verstand wandelt so zu einer verantwortungsbewussten Denkweise, was ihm seinem Wunsch näher bringt, Mensch zu werden.

Die Arbeit an diesem Film dauerte 10 Jahre, wobei alleine die Animation 5 Jahre in Anspruch nahm. Gekonnt werden 3D Computer Animation und konventionelle Cel-Technik miteinander verwoben. Einen Vergleich mit anderen Meisterwerken wie Miyazaki’s Oskargewinner “Sen to Chihiro” braucht “A Tree of Palm” nicht zu scheuen. Trotz - oder gerade wegen - seiner Qualitäten wird dem Film jedoch der ganz große kommerzielle Erfolg versagt bleiben, speziell bei uns. Kein Verleiher hat sich bis jetzt getraut, dieses komplexe Werk zu verlegen.

Auch dieses Mal werden wir wieder eine Verlosung von kleinen Geschenken durchführen unter den Mitgliedern.

Protoculture Club c/o René Knobel
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3602 Thun oder

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Alles Bildmaterial ist geistiges Eigentum der entsprechenden Künstler:
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© Studio Fantasia, Toshimitsu Shimitsu
© Genco, Toho

 

   
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